Das Fuji Feather im Test – So geht Singlespeed – Fixie

Pro
  • Design
  • Verarbeitung
  • Rahmen
  • Anbauteile (in relation)
  • Marke – Große Erfahrung im Fahrradbau
Contra
  • Etwas teuer

Das Fuji Feather ist eins der spannendsten Singlespeed Fahrräder auf dem Markt. Es sieht unglaublich gut aus, es hat den klassischen Bahnrad-Look. Beim Rahmen handelt es sich um einen Reynolds, also ein double bufferd CrMo Rahmen. Warum das für mich bei einem Singlespeed, Fixie Fahrrad die perfekte Materialwahl ist, habe ich hier beschrieben. Das Fuji Feather wird seit vielen Jahren gebaut. Auch wenn es jedes Jahr ein Update gibt, unterscheiden diese sich nur in den Farben.  Also, genug der Vorrede auf in den Fuji Feather Test.

Fuji Feather Einordnung

Die Marke Fuji sollte eigentlich jeder kennen der sich schon mal für Fahrräder interessiert hat. Es ist einer der ältesten  Fahrradhersteller der Welt. Seit über 120 Jahren stellt Fuji Fahrräder her. Ganz wichtig vorweg. Das Fuji Feather ist ein klassisches Fahrrad. Und so verfügt das auch über die Features eines klassischen Fahrrades. Es wirkt heute ein Stück weit wie aus der Zeit gefallen. Aber mit modernen Anbauteilen. Und genau das gefällt mir. Wenn ich ein Blick auf die Flachkrone der Gabel werfe, bin ich einfach glücklich. 

Der ein oder andere, der diesen Text liest, wird sich fragen, wovon schreibt der da. Das ist ein Fixie, ein Fahrrad um damit auf dem Galao-Strich der Schanze rum zu posen. Zumindest vor 10 Jahren. Heute sind die Dinger out und niemand braucht sie.

Tja, sehe ich komplett anders. Ich halte Fixies für die besten Trainingsgeräte die man bekommen kann. Es ist das echte, ehrliche, pure Radfahren. Warum habe ich hier beschrieben.

Fuji Feather Test – Rahmen

Beginnen wir mal wie üblich vorne. Und das ist das für mich wichtigste Bauteil an einem Fahrrad. Der Rahmen. Kurz zusammengefasst, jedes Bauteil an einem Fahrrad kann man ersetzten.  Einzig der Rahmen. Der Rahmen bildet das Skelett, den Körper. Das Tretlager und die Kurbel das Herz. Tretlager und Kurbel kann man ersetzen. Und schon für 100 € bekommt man ein gutes neues Teil. Einen Rahmen zu ersetzen bedeutet ein komplett neues Fahrrad zu bauen. Deshalb, achtet immer auf den Rahmen. Die Anbauteile können Mist sein, wenn der Rahmen passt ist alles andere einfach.

Die Rahmengeometrie des Fuji Feather ist gut. Sie ist angelehnt an die alten Rennrad oder Bahnrad-Rahmen. Auch wenn die Winkel nicht die steilsten sind, ist der Rahme einer der schönsten die ich je gesehen habe. 

Der Rahmen des Fuji Feather ist ein Reynolds 520. Fancy, aber am Ende des Tages ein einigermaßen normaler 4130er CrMo Rahmen. Allerdings Double butted. Für Fixie und Singlespeed Räder halte ich CrMo Rahmen für das beste was es gibt. Ein CrMo Rahmen witterungsbeständiger und fährt sich, ähnlich einem Stahlrahmen, immer noch bequem.  Aluminium ist mir bei einem Langstereckenrad einfach zu starr und hart. Zu unbequem. Und das Fuji Feather ist ein Rad für die lange Strecke, die große Runde.

Die Gabel des Fuji Feather besteht aus demselben Material. Und hier kommt wieder einer der Punkte, die mir beim Fuji Feather hervorragend gefallen. Es handelt sich um eine Flach-Krone. Ich mag solche kleinen Features.

Fuji Feather Test – Anbauteile

Jetzt kommen wir mal zu den Punkten die mir ebenfalls sehr wichtig sind und die dafür sorgen, dass der Preis des Fahrrades in erträglichen Größenordnungen bleibt. Die Anbauteile. Die Anbauteile, bei vielen anderen Fixies die ich hier auf Kurbeltest.de getestet habe, sind das größte Manko. Selbst wenn man mal ein Fahrrad mit einem guten Rahmen erwischt, wie z.b. das state bicycle sind die Anbauteile Mist. Mist würde ich sie beim Fuji Feather nicht nennen. Aber, Markenprodukte finden wir hier kaum. Sämtliche Anbauteile haben eine gute, solide Qualität. Immer in Beziehung zum Preis. Aber hochklassig sind sie in keinem Fall. 

Als Kurbel wurde die Prowheel 170mm verbaut. Das Kettenblatt besitzt 46 Zähne. Das ist im Regal eher weiter unten. Ich habe die Kurbel relativ schnell gegen eine Miche Pista ausgetauscht. Als Bremsen wurden die Tektro R315 verbaut. Im unteren Regal etwas weiter oben. Die Bremshebel sind von Promax und aus Aluminium. Der Steuersatz ist ein Tange 1”.

Der Vorbau, wieder etwas das mir total gut gefällt, ein klassischer 18° Vorbau aus Aluminium. Wunderschön. Der Drop Down Lenker besteht ebenfalls aus Alu.

Ein großes problem, wenn man nicht penibel auf eine richtige Rahmenhöhe achtet, ist die Sattelstange aus Aluminium. Diese ist, klassisch, knapp 28 cm lang, und damit sehr kurz. Ihr habt kaum Spielraum um euren Sattel in der Höhe zu verstellen. Der Rahmen muss also für euch passen. Oder ihr müsst eine längere Sattelstange mitbestellen.

Die Felgen sind, scheinbar, Alex Felgen. Doppelwandige Alufelgen, 32mm hoch. Mit 32 Speichen. Das gefällt mir wiederum sehr gut. Denn 32mm liegt genau in der Mitte der Felgengröße, die ich für mich als perfekt erachte. Zwischen 30mm und 35mm sollte die felgenhöhe betragen. Alles mit mehr als 40mm halte ich für sinnlos. Sie sind nicht stabiler, man schleppt nur mehr Gewicht mit sich rum. Alles unter 30mm ist mir persönlich zu weich.

Als Mäntel wurden dem Feather, Vittoria Zaffiro, 700x25c spendiert. Das ist zumindest eine klasse besser als all die Kenda Reifen die man sonst auf günstigen Singlespeeds findet. Die Vittoria Zaffiro haben ein gutes Fahrverhalten und auch das Fahrgefühl ist gut. Auf keinem Rad wird man so eins mit der Straße wie auf einem Fixie. Deshalb, sollten die Räder, in ihrer Gesamtheit, gut sein. Das passt soweit. Auch wenn das eines der ersten Teile ist, die ich ersetzten werde. Ich habe die Mäntel gegen Continental Gatorskin ausgetauscht*.

Bei den Naben handelt es sich um 32H No-Name Alu Naben. Am Hinterrad mit einem Freilauf und einem Fixed Gear Ritzel ausgestattet. Man kann das Fuji Feather also Problemlos, durch einfaches drehen des Hinterrades, zu einem Singlespeed oder Fixed Gear umbauen. Das Tretlager ist ein abgedichtetes No-Name Tretlager. Auch das starre Ritzel habe ich gegen ein Miche ausgetauscht-

Fuji Feather Test – Für wen ist das Fuji Feather

Ja klar, ihr könnt mit dem Fuji Feather entspannt zur Eisdiele fahren. Das kann das Fuji Feather hervorragend. Aber, noch besser ist das Fuji Feather für lange, flache Strecken auf Landstrassen geeignet. Es ist ein Straßenrenner. Es ist mit 10.2 kg etwas schwer. Aber das macht uns gar nichts.  

Wir wollen den Rahmen. Nach und nach werden alle schweren No-Name Teile durch gute Markenprodukte ersetzt und schon hat man ein grandios schnelles Fixie, bei dem man nicht betrügen kann. Die Strecken und Geschwindigkeiten stammen von uns. Gefahren, mit unseren Beinen und Muskeln und nicht mit einer €2000 Shimano XTR Di2 Schaltung. 

Wir fahren Fixie, wir müssen Treten. Jeden Meter. Und dafür ist das Fuji Feather perfekt. Es ist, zu dem Preis das beste Fahrrad, mit einer annähernden Bahnrad-Rahmengeometrie, das man (in Deutschland zum dem Preis) bekommen kann.

Fuji Feather Test – Fazit

Das Fuji Feather hat in meinen Augen nur einen Fehler. Es ist mit €599 etwas zu teuer. Aber, das Feather wird jedes Jahr geupdatet. Das bedeutet eigentlich nur, dass es eine neue Farbe erhält. Ihr könnt immer mal wieder Vorjahresmodelle für um die €500 erwischen. Dann ist es seinen preis wert. Wenn man einen ähnlich guten Rahmen mit besseren Anbauteilen wünscht ist man lockere €1000 und mehr los. Und hat ein Rad von der Stange. Würde ich das Fuji Feather empfehlen? Nunja, ihr habt all die Fixe Tests hier auf Kurbeltest.de gelesen. Das Fuji Feather ist das eine Rad, welches ich mir gekauft habe.

Bewertung: 4.5 von 5.

GRÖßEN:49cm, 52cm, 54cm, 56cm, 58cm, 61cm
FARBE:black, navy, gold flake
RAHMEN:Reynolds 520 chromoly steel
GABEL:“ Fuji flat-crown chromoly, 1” threaded steerer „
KURBEL:Alloy Track-style, 46T
PEDALE:Alloy Track-style
TRETLAGER:Sealed cartridge
KASSETTE:16T fixed cog/ 16T freewheel
KETTE:KMC Z410A
LAUFRÄDER:Sealed bearing 32H hubs, Alex Rims Alloy double wall high-flange rims, stainless spokes
BEREIFUNG:Vittoria Zaffiro, 700x25c
BREMSEN:Tektro R315
BREMSHEBEL:Promax alloy
STEUERSATZ:Tange 1” threaded
LENKER:Alloy Track-style drop bar
VORBAU:Alloy quill, – 18° rise
LENKERBAND:Velo perforated tape
SATTEL:Velo Retro 5-rivet
SATTELSTÜTZE:Alloy aero, 27.2mm
GEWICHT:10,1 kg

1 Kommentar zu „Das Fuji Feather im Test – So geht Singlespeed – Fixie“

  1. Ich habe mir das Fuji Feather gekauft (für etwas teuere 619€, aber es ist z.Zt. schwierig überhaupt ein Rad zu bekommen) und bin begeistert. Die erste 50km Fahrt über recht flache Landstraßen mit einem Schnitt von über 28 kmh, das ist nicht viel langsamer als mit dem Carbon-Renner. Und ich finde es gut, dass man nicht direkt nach dem Auspacken alle Teile wechseln muss, sondern Reifen und Pedale eben erst mal ein paar 100km fahren kann und dann entscheidet, was man upgradet. Die Bremsen finde ich übrigens gar nicht so schlecht und lasse sie dran, solange ich es als Singlespeed fahre. Und für die Stadt ist es wirklich sehr agil und trotz mehr als 10kg schnell zu beschleunigen.
    Danke für den sehr aussagekräftigen Testbericht!

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